Author Topic: Beinarbeit im VT allgemein  (Read 979 times)

Ralf Menzel

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Beinarbeit im VT allgemein
« on: April 08, 2009, 06:48:41 PM »
Wozu sind Beine und Füsse eigentlich da? Um dem Gegner den Kopf von den Schultern zu treten? Wohl kaum, Wong Shun Leung hat zu Thema Kicks gesagt man solle die Füsse dazu benutzen wofür sie gemacht worden sind nämlich zu laufen.

Das ist doch auch logisch wenn man bedenkt daß Ving Tsun ein Kampfsystem ist bei dem der Aspekt Ökonomie an vorderster Stelle steht!

Erstens benötigt jede Masse die beschleunigt werden soll Energie, je mehr Beschleunigung desto mehr Energie. Zweitens wird um die beschleunigte Masse zu kontrollieren und um sie wieder abzubremsen ebenfalls wieder viel Energie benötigt. Auch hierbei gilt wieder je mehr Masse gebremst werden soll umso mehr Energie wird benötigt. Daß dabei die Hände oder Arme den Beinen gegenüber einen gewaltigen Vorteil besitzen liegt wohl klar auf der Hand!

Hinzu kommt daß man immer den kürzesten Weg gehen soll um am schnellsten zu sein. Warum muß man beim Ving Tsun eigentlich immer schneller sein als der Gegner?

Das liegt daran daß der Staat das Gewaltmonopol besitzt und ich mich im günstigsten Falle nur verteidigen darf. Das bedeutet aber daß ich dem Gegner in jedem Fall den ersten Schlag lassen muß sonst mache ich mich strafbar.
Wenn ich also erst als 2. schlagen darf muß ich also schneller sein als der Gegner um doch den ersten Treffer zu landen. Was noch wichtig wäre zu erwähnen ist die Tatsache daß man einen Gegner nur verletzen kann wenn man ihm vor das Schienbein tritt oder ihm große Schmerzen zufügt wenn man ihm in den Hoden tritt aber den Kampf kann man damit oft wenn nicht meißtens nicht beenden. Im Gegenteil, ein angeschossenes Tier ist viel gefährlicher als ein Unverletztes. Durch die Schmerzen entwickelt ein verletzter Gegner Angst, Wut, Hass und oft auch Kräfte wie ein Grizzly Bär und wird dadurch unkontrollierbar.

Deshalb weiß man im Ving Tsun daß nur ein Wirktreffer am Kopf den Kampf sicher und schnellst möglich beendet.
Jetzt ist es aber so daß die Füße viel weiter weg sind vom Kopf des Gegners als die Hände und die Beine einen viel weiteren Weg zum Kopf des Gegners haben als die Arme. Das heißt es dauert länger bis sie ihr Ziel erreichen. Deshalb ist bei einem Kampf der gerade Fausstoß zum Kopf das Mittel der ersten Wahl!Außerdem können Hände auf nassem Asphalt auch schlecht ausrutschen was sie zu einem viel sicheren Mittel im Kampf macht.

Da das mit den Kicks jetzt wohl ausreichend geklärt ist bleibt die Frage, " Wofür werden die Beine und die Beinarbeit im WSL Ving Tsun gebraucht "?
Zum Stehen würde mir da als erste Antwort einfallen denn wer nicht stehen kann der kann auch nicht Kämpfen. Versucht doch mal einen starken Fausstoß gegen ein Schlagkissen an der Wand anzubringen wenn ihr falsch (hoch) steht oder dabei hin und her, vor und zurückgeht. Ein Wirktreffer wird beinah unmöglich wenn die Distanz zum Ziel nicht stimmt und wenn man falsch steht (zu nah oder zu weit weg).Das ist ja auch das erste was man in der Siu Nim Tao lernt, erstmal richtig hinstellen.

Viel später lernt man in der Chum Kiu Schritte zu machen. Chum Kiu bedeutet übersetzt Die Brücke suchen das bedeutet man soll die richtige Distanz zum Gegner suchen bzw über Schritte herstellen. Nur wenn man aus der richtigen Distanz schlägt können die Schläge auch etwas bewirken. Diese Distanz muß man über richtige Schritte herstellen.

Taktisch gesehen soll man durch diagonales Vorgehen noch zusätzlich verhindern daß einen der Gegner umläuft und von der Seite her angreifen kann. Man sagt daß man dem Gegner dadurch den Weg abschneidet. Wie man sieht ist das Thema Beinarbeit im Ving Tsun ein sehr wichtiges und viel beachtetes Thema.

MfG Ralf
Gert zal het repareren