Author Topic: Theorien zu weich gegen hart und schnell gegen langsam  (Read 959 times)

Ralf Menzel

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Theorien zu weich gegen hart und schnell gegen langsam
« on: April 25, 2009, 09:15:56 AM »
Ich frage mich momentan ob das Sprichwort Bekämpfe Hartes mit Weichem und Weiches mit Hartem auch anwendbar ist als Strategie bei Geschwindigkeiten so daß es heißen muß Bekämpfe Langsames mit Schnellem und Schnelles mit Langsamem
Gekommen bin ich auf die Überlegung beim Sparring mit meinem Schüler Marco. Da Sparring keine vorgeschriebenen Kampfsequenzen vorschreibt weiß man nie was der Partner als nächstes macht.

Bleibt er in der Verteidiger Rolle, wann wechselt er und übernimmt den angreifenden Part,wie oft macht er rein defensive Bewegungen zur Verteidigung bevor er mit aller Kraft versucht durch zu brechen und zurück angreift?Generell ist ein schneller Wechsel von Strategien und Geschwindigkeiten immer von Vorteil weil man so unberechenbar bleibt und der Gegner in keinen Rythmus kommen kann.

Mein Problem ist im Moment daß ich sehr lange nur mit Leuten trainiert habe die deutlich unter meinem Können lagen. Deswegen war ich bisher immer nur derjenige der die Angriffe gemacht hat und meine Schüler mußten sich bisher immer nur verteidigen.

Da Ving Tsun nur über ein begrenztes Reportoir an Angriffen verfügt kennen die Schüler irgendwann alle Angriffe und wissen auch wie sie sich zu verteidigen haben. Spätestens dann halten sie voll gegen und fangen auch an selber Angriffe auszuführen.
Das ist alles schön und gut und wünschenswert nur fangen für mich jetzt die Probleme erst an.Solange ich immer nur am attackieren war brauchte ich mir über Abwehr und Verteidigung keine Gedanken machen. Jetzt muß ich aufpassen daß ich nicht getroffen werde denn mein Trainingspartner ist sehr stark und mittlerweile auch sehr schnell und vor allem selbstbewußt geworden. Da muß ich mir gewaltig Mühe geben daß nach einem Pak Sao der Weg auch frei ist. Ich muß verdammt schnell von einer Position zur nächsten wechseln weil wenn ich einen Bong zu lange stehen lasse wird der natürlich runter gerissen und Marco ist drin und ich habe eine hängen. :o

Über die sogenannten Kettenfaust Angriffe und Serien wird viel geredet und oft gelacht aber wenn jemand damit auf euch losgeht und euch wirklich treffen will bekommt ihr ernste Probleme.

Warum?... Naja wenn jemand meint er müsse gegen einen Fauststoß nichts unternehmen und sich lieber darum kümmern seine eigenen Angriffe ins Ziel zu bringen dann wird er schnell ein paar Schläge abkriegen. Man muß also erstmal sicherstellen daß einen keiner der Kettenfauststösse trifft bevor man selber einen Fauststoß anbringen kann. Das bedeutet für mich erstmal daß ich genauso viele Abwehrbewegungen machen muß wie der Partner Fauststösse macht und am besten eine Bewegung mehr mache um noch einen eigenen Angriff dazwischen zu platzieren.

Das wird deswegen zu einem Problem weil man dann sehr schnell schlagen und agieren muß was sehr schnell ein Konditionsproblem ergibt und dann kommt noch dabei je schneller ich schlage desto weniger Kraft steht hinter den einelnen Schlägen.
Um einen Gegner aber auszuschalten muß man einen Wirktreffer anbringen und hinter dem muß viel Kraft stecken um etwas zu bewirken.Das bedeutet aber wieder daß man eine Einzelaktion macht in die man viel Kraft steckt.

Gary Lam gebrauchte den Vergleich zwischen einem Maschinengewehr und einer Pumpgun beim Schlagen.Man kann also wenn jemand mit viel Kraft und langsam angreift schnell schlagen und den Gegner schlagen bevor er seine neue Abwehrbewegung gestartet hat. Dafür muß man sehr schnell schlagen mit wenig Kraft.Wenn einem jemand mit Kettenfauststössen angreift und dabei feuert wie mit einem Maschinengewehr muß man mit Pumpgunfeuer antworten also langsamen sehr kräftigen Angriffen. Man entgeht dabei den schnellen Fauststössen durch schnelles vor und zurückgehen.Ausweichen durch zurückgehen angreifen durch Schritt mit Pak Sao Fauststoß und wieder raus. Durch Schrittarbeit muß man jemanden der sehr stark und schnell ist erstmal müde machen bevor man ihn umhauen kann. :D

Beim Sparring wird einem das wenig nützen weil man den Partner ja nicht umhauen kann. Außerdem muß man gerade einen stärkeren Trainingspartner als Wachstumsimpuls nutzen und stehen bleiben und versuchen seine starken Angriffe irgendwie abzuwehren und man muß versuchen seine starken Positionen trotzdem irgendwie einzuschlagen. Zuerst wird es nicht gehen aber je länger man es probiert desto stärker wird man und irgendwann klappt es dann.

MfG Ralf
Gert zal het repareren

Uwe Huppertz

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Re: Theorien zu weich gegen hart und schnell gegen langsam
« Reply #1 on: April 25, 2009, 10:41:08 AM »
Aaalso, deine Überlegung ist erst mal nicht verkehrt. Allerdings bewegt man sich im Wong System mit Konzepten und nicht mit abwehr von Schlägen. Dann bekommst du nämlich die Probleme von denen du sprichst. Lat Sao Chek Chun ist sehr wichtig, dann sind die Kettenfausstösse recht harmlos, weil si gar nicht erst entstehen können. Wir trainieren schon ein bisschen Sparring und dabei kommt es natürlich auch vor, dass der ein oder andere mal ein oder mehrere Schläge macht. Hält man sich an die Konzepte, wie Struktur Winkel etc. wird es für den anderen deutlich schwerer.
Auch die Distanz bzw. das Timing spielen eine grosse Rolle um dem Gegner nicht den benötigten Freiraum zu lassen, sich zu bewegen, wie er möchte. Für die besagten KFS braucht man nämlich mehr Distanz, als es für uns im Sparring üblich ist.
Ist vielleicht etwas schwer zu erklären, auf Papier.
Hab zwei ehemalige WTler bei mir, die haben schon ihre KFS öfter versucht einzusetzten, heute wissen sie, dass sie es besser lassen ;D

Ralf Menzel

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Re: Theorien zu weich gegen hart und schnell gegen langsam
« Reply #2 on: April 25, 2009, 12:44:34 PM »
Hallo Uwe,

ich bin überzeugt davon daß auch du schwere Probleme bekommen würdest Marco zu kontrollieren. Weißt du es gibt immer 2 Sorten von Leuten,Leute die Machen und Leute die machen lassen. In dem Moment wo du nicht mehr machst lässt du machen und gerät in einen taktischen Nachteil weil du quasi hinterhereilst.Welche Strategie vorteilhafter ist liegt damit klar auf der Hand aber wenn sich der Sparringspartner mit Händen und füssen wehrt und zurückangreift wird es sehr schwer die Konzepte umzusetzen.Was nützt die beste Struktur wenn der Partner ständig zur Seite oder nach hinten weg geht bevor man seinen Schlag anbringen konnte? Was wenn er durch Schritte ständig die günstigeren Winkel die man gerade noch hergestellt hatte wieder zu deinem Nachteil verändert hat?
Ich muß jetzt noch viel mehr von Gert die ganzen Sachen die mit Freikampf zu tun haben lernen.Ich bin mir sicher Gert-Jan hat alle Antworten. ;D

MfG Ralf
Gert zal het repareren

Uwe Huppertz

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Re: Theorien zu weich gegen hart und schnell gegen langsam
« Reply #3 on: April 25, 2009, 02:52:37 PM »
Natürlich wird er die haben :D
Aber da siehst du doch, das es irgendwann egal ist, was der andere macht. Vorrausgesetzt, du bist halt gut genug. Wenn du noch soviel Probleme hast, dann sind deine Abläufe usw. halt noch nicht so fit.
Hat der ander viel Zeit, kann er auch viel machen.
Mach dir nicht soviel Gedanken, wird sich alles mit der Zeit schon finden.

Ralf Menzel

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Re: Theorien zu weich gegen hart und schnell gegen langsam
« Reply #4 on: April 25, 2009, 04:14:55 PM »
Danke für deine freundlichen Worte Bruder,

ich mach mir auch wirklich keine Sorgen mehr denn ich weiß daß ich in den besten Händen bin und daß nichts mehr schief gehen kann. Das einzige was ich noch brauche ist Geduld denn Gert kann mir nicht alles auf einmal zeigen. Ich mach mir nur deshalb soviele Gedanken weil ich nichts falsches trainieren will, das wäre verschwendete Zeit. Gar nicht zu trainieren wäre auch verschwendete Zeit aber ich muß eben immer warten bis ich wieder in Hilversum bin. Bis dahin trainiere ich das was ich schon gezeigt bekommen habe und wenn Probleme auftreten probiere ich halt rum, das macht Spaß auch wenn es mich nicht wirklich weiter bringt.Beim nächsten mal hat Gert dann das Vergnügen die Fehler wieder alle auszubügeln. :D

Bis bald und viele Grüsse

Ralf
Gert zal het repareren