Author Topic: In die Flanke kommen - wie?  (Read 2058 times)

Ralf Menzel

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In die Flanke kommen - wie?
« on: June 03, 2009, 10:38:08 AM »
Momentan beschäftigt mich der Gedanke wie ich es schaffen kann daß mein Trainingspartner von mir weggedreht ist und ich ihm voll zugewand bin. Das hört sich einfach an denn es gibt ja im Ving Tsun viele "Techniken" um das "Not facing me" zu bewerkstelligen. Dummerweise muß dafür der Trainingspartner immer mitspielen und das kann keine ernstzunehmende Kampfkunst sein die darauf basiert daß der Gegner das tut was ich von ihm erwarte.

Wenn jemand einen Fauststoß ausführt und das sehr kräftig tut ist der einfachste Weg ein Jat Sao wobei der Gegner den Arm steif lassen muß dann wird der Gegner verdreht so daß er von mir abgewand ist und ich ihm zugewand bin. Sollte er aber wie es sein muß direkt Bong Sao anwenden hat sich an seiner Position gar nichts verändert und er steht mir immer noch voll zu gewand gegenüber.Ich könnte jetzt versuchen seinen Bong Sao mit Lap Sao zu greifen und ihn mit Gewalt zu verdrehen aber wenn er stärker und schwerer ist dann geht das nicht.Ich muß mir also etwas überlegen wie ich ihn selber dazu bewegen kann sich so zu drehen daß er mir nicht mehr voll zugewand ist.

Mann könnte jetzt sagen daß man es so wie an der Holzpuppe machen muß indem man einfach einen Schritt zur Seite macht um in seine Flanke zu kommen aber da gibt es gleich zwei Probleme. Erstens ist mein Gegner nicht wie die Holzpuppe an einer Wand festgeschraubt und wird sich mir einfach durch wenden und drehen weiter direkt zuwenden und zweitens muß ich sehr schnell bewegen um mich in seine Seite zu katapultieren.
Dabei muß ich meinen sicheren Stand aufgeben und viel Energie investieren die mir Kondition raubt. Beinarbeit kann also auch nicht die richtige Lösung sein. 

Ich denke die Lösung liegt darin wenn ich direkt vor dem Gegner stehe so zu schlagen daß er sehr schnell reagieren muß und dabei seine Abwehrbewegung überreißt also über die ideale Position hinausschießt. Dadurch wird er sich ein wenig verdrehen und in jedem Fall öffnet er eine Lücke durch die ich schlagen und einfallen kann. Angenommen ich stehe meinem Gegner direkt zugewand gegenüber. Wenn ich jetzt mit dem linken Arm ein Fauststoß zu seiner Brust entlang der Zentral Linie ausführe sollte er idealerweise aus seiner Sicht gesehen ein wenig nach Links wenden und meinen Fauststoß mit einem Gaan Sao stoppen. Dadurch ist er mir nicht mehr 100%ig zugewand und ich kann durch den Winkel den sein Gaan Sao Arm nun darstellt mit meinem rechten Arm schlagen und ihn von der Seite angreifen und treffen. Soviel zur Theorie  :D bei meinem nächsten Training werde ich versuche diese Theorie zu überprüfen und wenn es klappt das austrainieren. Das Ergebnis gibt´s dann wie immer auf Youtube. ;)

MfG Ralf
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Uwe Huppertz

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Re: In die Flanke kommen - wie?
« Reply #1 on: June 03, 2009, 02:08:43 PM »
Dein Gegenüber wird mit der Zeit ja auch immer besser und er wird versuchen, deine Vorhaben zu unterbrechen.
Da hilft nur schneller sein und genauer sein als er.  ;)

Ralf Menzel

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Re: In die Flanke kommen - wie?
« Reply #2 on: June 03, 2009, 09:32:50 PM »
Hallo Uwe,

mit Sicherheit gibt es Strategien "Gegner" in Fehler zu treiben. Das setzt allerdings voraus daß der Gegner scon aus der Offensive in die Defensive gedrängt wurde, erst dann wird er manipulierbar weil er schon zu sehr darauf achtet was du machst und nicht mehr genug daran denkt was er selber machen will. Man muß den Gegner durch gezielte Attacken, vielleicht auch Finten dazu zwingen die eigenen Attacken zu stoppen weil sie gezwungen sind deine Angriffe zu stoppen. Timing ist dabei von ganz entscheidender Wichtigkeit wenn die Strategie funktionieren soll. Meine Strategie ist die selbe wie beim Schach, ich opfere ein oder zwei Bauern um dann mit meiner Dame zuzuschlagen und wenn möglich das Spiel durch Gewinn zu beenden. Deshalb ist es nie ratsam zu versuchen den Kampf mit einem (dem ersten) Schlag zu gewinnen. Das funktioniert nur wenn man dem Gegner wirklich 70 zu 30 körperlich überlegen ist.

MfG Ralf
Gert zal het repareren

Uwe Huppertz

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Re: In die Flanke kommen - wie?
« Reply #3 on: June 04, 2009, 06:24:43 AM »
Ich hoffe, es sind nicht die beiden Bauern da unten  ;D

Ralf Menzel

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Re: In die Flanke kommen - wie?
« Reply #4 on: June 04, 2009, 08:02:46 AM »
Grapjas! :D
Gert zal het repareren

Ralf Menzel

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Re: In die Flanke kommen - wie?
« Reply #5 on: June 07, 2009, 11:47:44 AM »
Hallo Uwe,

im Übrigen erklärt Gary Lam in seinem 6 actions Video gut die Strategie die ich hier auch meine. Er sagt daß es nicht die erste Aktion ist oder sein sollte mit der man hofft durch zu kommen sondern frühestens die zweite oder spätestens die dritte kann den Erfolg bringen. Später im Video erklärt er auch daß nicht die Hand die der Gegner sieht ihn angreifen uund treffen wird sondern die Hand die der Gegner nicht sieht ihn treffen und verletzen wird. Das ist ein eisernes Grundprinzip das es in die eigene Strategie mitein zu beziehen gilt. Wenn du das Video gesehen hast weißt du was ich meine.

MfG Ralf
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Uwe Huppertz

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Re: In die Flanke kommen - wie?
« Reply #6 on: June 07, 2009, 06:48:08 PM »
Hab's sogar von Gary persönlich erzählt bekommen  ;)
Aber das, was er unterrichtet, ist nicht 1:1 Wong Shun Leung sondern seine Interpretation des Wing Chun.
Das sagte er mir auch und den Unterschied merkt man recht schnell.
Gary selbst kommt damit gut zurecht, andere haben Probleme damit, es so umzusetzten.

Ralf Menzel

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Re: In die Flanke kommen - wie?
« Reply #7 on: June 08, 2009, 09:51:14 AM »
Du Glückspilz,

aber was will man Personenkult betreiben  ::).Tja also ich muß mal sagen daß es einen ganz großen Unterschied macht ob man gegen körperlich stärkere oder schwächere Gegner kämpft. Dementsprechend kann man es sich erlauben sein Ving Tsun zu modifizieren und vom rechten Weg ab zu weichen weil man seine Techniken und Bewegungen trotzdem mit brutaler Kraft durchsetzen kann. Bei meinem Schüler Marco kann ich machen was ich will ich krieg seine Arme weder mit einem Pak Sao noch mit dem Langstock weggeschlagen. Ich muß also einen Weg finden an seinen Armen vorbei zu schlagen was ich bei schwächeren Gegnern nicht bräuchte.

Dummerweise brauch ich auch nicht zu versuchen Marco mit Fußarbeit zu kriegen oder zu Umlaufen weil er wendig ist wie eine Kobra mit den Reflexen eines Tigers. Dazu kommt daß er zickig ist wie eine Tussi und nicht getroffen werden will. Jeder Ving Tsunner der sagt daß genau diese Steifigkeit Unflexibilität bedeutet was man ausnützen könnte weiß nicht wovon er redet. Meine einzige Chance besteht darin Marco zu einem Angriff zu provozieren und dann in einer günstigeren Position zu stehen um die Lücke die entsteht wenn er angreift nutzen zu können. Die ganzen schönen Folgetechniken wobei man seinen Gegner kontrolliert und und in die Ecke schiebt kann man bei Marco nicht bringen weil er sofort wieder alles zu macht und mit brachialer Kraft blockiert.

Bei Marco müßte man also mit diesem ersten und einzigsten Schlag den Kampf beenden. Das kann ich mit Marco natürlich nicht machen da ich danach keinen Trainingspartner mehr hätte. Diese ganzen Techniken und Folgetechniken wie sie in den ganzen tollen Demovideos gezeigt werden funktionieren alle nicht wenn der Partner es nicht zulassen will. Ich bin mal gespannt was mir Gert-Jan dazu beim nächsten mal erzählt und zeigt.

MfG Ralf
Gert zal het repareren

Uwe Huppertz

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Re: In die Flanke kommen - wie?
« Reply #8 on: June 08, 2009, 10:12:45 AM »
Also Ralf, so Leute wie Marco gibts ja nun mal viele auf der Welt. Dann müsste ja VT bei all diesen Jungs nicht funktionieren  ???
Ich habe auch Schüler die körperlich stärker sind als ich und die krieg ich auch bewegt. Wenn sie in Holland sind, kriegt man sie bewegt.
Meiner Meinung nach eine Frage der Qualität der Techniken. Pak Sao ist nicht = Pak Sao usw.
Aber das kann ich bei dir nicht beurteilen, da ich noch nie mit dir trainiert habe.
Frag halt Gert, der wird dir schon helfen. ( Nimm Marco am besten direkt mal mit)

Gruß Uwe

Ralf Menzel

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Re: In die Flanke kommen - wie?
« Reply #9 on: June 08, 2009, 11:52:58 AM »
Hi Uwe,

du hast Recht,ich warte jetzt einfach den Verlauf meiner Ausbildung ab,da kann nichts mehr schief gehn. Wenn bedenkt das Wong Shun Leung Körperlich gesehen mehr ein Kampf Floh war und doch als einer der besten Kämpfer der Kampfkunstwelt bekannt wurde sagt ja alles.

MfG Ralf
Gert zal het repareren